Der Anruf kommt meistens spät. Der Estrich liegt schon, der Belag ist verklebt, und dann fragt jemand vom Projektteam, ob wir noch schnell ein paar Datenblätter nachreichen könnten – der Auditor brauche das für die Zertifizierung. Können wir. Nur wäre vieles einfacher gewesen, wenn wir vorher miteinander gesprochen hätten. Seit Kurzem sind wir Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB. Das hat weniger mit einem neuen Logo zu tun als mit genau solchen Anrufen.

Wer die DGNB ist
Die DGNB ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Stuttgart, gegründet 2007 von sechzehn Leuten aus verschiedenen Ecken der Bau- und Immobilienwirtschaft. Inzwischen sind es über 2.800 Mitgliedsorganisationen – vom Ein-Personen-Büro bis zum Konzern, dazu Hochschulen, Kommunen und Verbände. Von außen kennt man vor allem die Zertifikate: Platin, Gold, Silber, Bronze, die Plaketten in den Foyers neuer Bürogebäude. Interessanter als die Plakette ist allerdings, wie bewertet wird. Die DGNB schaut nicht auf einzelne Maßnahmen, sondern auf die Gesamtperformance eines Gebäudes über seinen Lebenszyklus – ökologisch, ökonomisch, soziokulturell, technisch. Man kann ein schlecht geplantes Gebäude also nicht durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geradebiegen.

Warum uns das als Bodenleger betrifft
In Nachhaltigkeitsdiskussionen geht es meistens zuerst um Dämmung, Haustechnik und Energiebilanz. Der Boden kommt spät, oft erst, wenn die großen Entscheidungen schon getroffen sind. Dabei ist er die größte zusammenhängende Fläche im Gebäude und taucht in mehreren Bewertungskriterien gleichzeitig auf. Klebstoffe, Grundierungen und Spachtelmassen wirken auf die Innenraumluft. Über Umweltproduktdeklarationen, also EPDs, geht der Bodenaufbau in die Ökobilanz ein. Ob ein Belag vollflächig verklebt oder lose verlegt ist, entscheidet darüber, wie gut er sich später wieder trennen lässt. Und die Frage, wie lange ein Boden hält und wie aufwendig seine Pflege ist, landet am Ende in den Lebenszykluskosten. Ein guter Boden allein bringt kein Zertifikat. Aber ein schlecht dokumentierter kann eines kosten.
Was das für Objekt- und Industriekunden bedeutet
Der praktische Nutzen ist zunächst unspektakulär: Wir wissen, welche Unterlagen gebraucht werden und wann. Das klingt banal, ist in der Praxis aber der Unterschied zwischen einem Nachmittag Telefonieren und drei Wochen Verzug kurz vor der Übergabe. Dazu kommt die Produktauswahl. Nicht jeder Belag, der mit Nachhaltigkeit wirbt, bringt auch die Nachweise mit, die ein Auditor sehen will. Eine Hochglanzbroschüre ist keine EPD. Wir kennen den Unterschied und sortieren das vorher, nicht auf der Baustelle.Und schließlich hilft das Netzwerk. Systemversionen, Normen und Materialentwicklungen ändern sich laufend. Über die DGNB bekommen wir das früher mit, als wenn wir warten, bis es über den Handel bei uns ankommt. Für Kunden, die ohnehin über ESG-Kennzahlen berichten müssen, ist das kein Nebenthema mehr.

Und für Privatkunden?
Wer sein Einfamilienhaus nicht zertifizieren lässt, hat trotzdem etwas davon. Emissionsarme Klebstoffe, CO2-reduzierte Estriche, Aufbauten, die sich sortenrein trennen lassen – das ist keine Zertifizierungskosmetik, sondern schlicht die bessere Bauweise. Den Unterschied merken Sie in den ersten Wochen nach dem Einzug. Meistens an dem, was Sie nicht riechen.
Was wir empfehlen
Klären Sie das Thema früh, am besten bevor der Belag ausgeschrieben ist. Wenn feststeht, ob und mit welchem Zielniveau zertifiziert werden soll, lässt sich der gesamte Aufbau darauf abstimmen – Untergrund, Klebung und Belag hängen zusammen und entscheiden erst gemeinsam über Emissionen, Ökobilanz und Rückbaubarkeit. Und sammeln Sie die Nachweise unterwegs, nicht am Schluss. Fragen Sie Ihre ausführenden Betriebe früh nach Datenblättern, EPDs und Emissionsklassen. Wer sie auf Nachfrage nicht liefern kann, hat sie in der Regel auch später nicht.
Unser Statement
Wir sind ein Handwerksbetrieb in dritter Generation, kein Nachhaltigkeitsberater. Was wir beurteilen können, ist der Boden: ob er hält, ob er sich reparieren lässt, ob er die Luft im Raum belastet und was am Ende beim Rückbau von ihm übrig bleibt. Diese Fragen stellen wir uns seit Jahren, unabhängig von Zertifikaten. Die Mitgliedschaft in der DGNB macht die Antworten überprüfbar – und verpflichtet uns, sie auch dann zu geben, wenn sie unbequem sind.
Sie planen ein Objekt, eine Sanierung oder einen Neubau und möchten wissen, wie der Bodenaufbau auf Ihre Nachhaltigkeitsziele einzahlt? Sprechen Sie mit uns. Wir beraten Sie so, wie wir arbeiten: präzise, ehrlich und mit Blick aufs Ganze.
Der Anruf kommt meistens spät. Der Estrich liegt schon, der Belag ist verklebt, und dann fragt jemand vom Projektteam, ob wir noch schnell ein paar Datenblätter nachreichen könnten – der Auditor brauche das für die Zertifizierung. Können wir. Nur wäre vieles einfacher gewesen, wenn wir vorher miteinander gesprochen hätten. Seit Kurzem sind wir Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB. Das hat weniger mit einem neuen Logo zu tun als mit genau solchen Anrufen.

Wer die DGNB ist
Die DGNB ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Stuttgart, gegründet 2007 von sechzehn Leuten aus verschiedenen Ecken der Bau- und Immobilienwirtschaft. Inzwischen sind es über 2.800 Mitgliedsorganisationen – vom Ein-Personen-Büro bis zum Konzern, dazu Hochschulen, Kommunen und Verbände. Von außen kennt man vor allem die Zertifikate: Platin, Gold, Silber, Bronze, die Plaketten in den Foyers neuer Bürogebäude. Interessanter als die Plakette ist allerdings, wie bewertet wird. Die DGNB schaut nicht auf einzelne Maßnahmen, sondern auf die Gesamtperformance eines Gebäudes über seinen Lebenszyklus – ökologisch, ökonomisch, soziokulturell, technisch. Man kann ein schlecht geplantes Gebäude also nicht durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geradebiegen.

Warum uns das als Bodenleger betrifft
In Nachhaltigkeitsdiskussionen geht es meistens zuerst um Dämmung, Haustechnik und Energiebilanz. Der Boden kommt spät, oft erst, wenn die großen Entscheidungen schon getroffen sind. Dabei ist er die größte zusammenhängende Fläche im Gebäude und taucht in mehreren Bewertungskriterien gleichzeitig auf. Klebstoffe, Grundierungen und Spachtelmassen wirken auf die Innenraumluft. Über Umweltproduktdeklarationen, also EPDs, geht der Bodenaufbau in die Ökobilanz ein. Ob ein Belag vollflächig verklebt oder lose verlegt ist, entscheidet darüber, wie gut er sich später wieder trennen lässt. Und die Frage, wie lange ein Boden hält und wie aufwendig seine Pflege ist, landet am Ende in den Lebenszykluskosten. Ein guter Boden allein bringt kein Zertifikat. Aber ein schlecht dokumentierter kann eines kosten.
Was das für Objekt- und Industriekunden bedeutet
Der praktische Nutzen ist zunächst unspektakulär: Wir wissen, welche Unterlagen gebraucht werden und wann. Das klingt banal, ist in der Praxis aber der Unterschied zwischen einem Nachmittag Telefonieren und drei Wochen Verzug kurz vor der Übergabe. Dazu kommt die Produktauswahl. Nicht jeder Belag, der mit Nachhaltigkeit wirbt, bringt auch die Nachweise mit, die ein Auditor sehen will. Eine Hochglanzbroschüre ist keine EPD. Wir kennen den Unterschied und sortieren das vorher, nicht auf der Baustelle.Und schließlich hilft das Netzwerk. Systemversionen, Normen und Materialentwicklungen ändern sich laufend. Über die DGNB bekommen wir das früher mit, als wenn wir warten, bis es über den Handel bei uns ankommt. Für Kunden, die ohnehin über ESG-Kennzahlen berichten müssen, ist das kein Nebenthema mehr.

Und für Privatkunden?
Wer sein Einfamilienhaus nicht zertifizieren lässt, hat trotzdem etwas davon. Emissionsarme Klebstoffe, CO2-reduzierte Estriche, Aufbauten, die sich sortenrein trennen lassen – das ist keine Zertifizierungskosmetik, sondern schlicht die bessere Bauweise. Den Unterschied merken Sie in den ersten Wochen nach dem Einzug. Meistens an dem, was Sie nicht riechen.
Was wir empfehlen
Klären Sie das Thema früh, am besten bevor der Belag ausgeschrieben ist. Wenn feststeht, ob und mit welchem Zielniveau zertifiziert werden soll, lässt sich der gesamte Aufbau darauf abstimmen – Untergrund, Klebung und Belag hängen zusammen und entscheiden erst gemeinsam über Emissionen, Ökobilanz und Rückbaubarkeit. Und sammeln Sie die Nachweise unterwegs, nicht am Schluss. Fragen Sie Ihre ausführenden Betriebe früh nach Datenblättern, EPDs und Emissionsklassen. Wer sie auf Nachfrage nicht liefern kann, hat sie in der Regel auch später nicht.
Unser Statement
Wir sind ein Handwerksbetrieb in dritter Generation, kein Nachhaltigkeitsberater. Was wir beurteilen können, ist der Boden: ob er hält, ob er sich reparieren lässt, ob er die Luft im Raum belastet und was am Ende beim Rückbau von ihm übrig bleibt. Diese Fragen stellen wir uns seit Jahren, unabhängig von Zertifikaten. Die Mitgliedschaft in der DGNB macht die Antworten überprüfbar – und verpflichtet uns, sie auch dann zu geben, wenn sie unbequem sind.
Sie planen ein Objekt, eine Sanierung oder einen Neubau und möchten wissen, wie der Bodenaufbau auf Ihre Nachhaltigkeitsziele einzahlt? Sprechen Sie mit uns. Wir beraten Sie so, wie wir arbeiten: präzise, ehrlich und mit Blick aufs Ganze.